Für eine gute Gesundheit benötigt unser Körper die richtigen Nährstoffe in der richtigen Menge. Nicht alle dieser Stoffe können wir endogen, das heißt „selbst“ produzieren, daher sind wir auf die Zufuhr über das Essen angewiesen. Die Stoffe, die unser Körper nicht selbst herstellen kann, werden Vitamine genannt. Vitamine und Mineralstoffe zählen zu den Mikronährstoffen, sie beeinflussen unsere körperliche und geistige Gesundheit sowie unser Immunsystem.

Angesichts dieser Überlegungen ist es naheliegend, dass sich die Mikronährstoffzufuhr (Vitamine und Mineralstoffe) auch auf rheumatische Beschwerden auswirkt. Durch die chronischen Entzündungsprozesse bei Rheuma kann es zudem zu einem erhöhten Bedarf an gewissen Nährstoffen kommen. In diesem Artikel erfahren Sie, welchen Nährstoffen eine besondere Bedeutung bei Rheuma zukommt.

Antioxidantien: Die Vitamine A, E und C zählen zu den Antioxidantien und bekämpfen somit freie Radikale im Körper. Freie Radikale können durch Nikotin- oder Alkoholbelastung, Stress oder Umweltgifte entstehen. Ein Überschuss dieser Stoffe fördert oxidativen Stress und Entzündungsprozesse. Eine gute Versorgung der Vitamine A, E und C hilft, diesen Mechanismus zu unterbinden.

Praxistipp

Abwechslung bei Obst und Gemüse! Vor allem buntes Gemüse ist reich an Antioxidantien. Besonders gelbes, rotes und oranges Obst und Gemüse, sowie dunkelgrünes Gemüse, hat einen hohen Anteil an Vitamin A in Form von Betacarotin. Auch violettes oder blaues Obst und Gemüse hat einen hohen Anteil an Antioxidantien. Das fettlösliche Vitamin E findet sich vor allem in pflanzlichen Ölen und Samen. Gute Quellen sind Olivenöl oder Sonnenblumenkerne.

Fettsäuren: Fett ist nicht gleich Fett, denn in Bezug auf Entzündungsgeschehen kommt der Qualität des Nahrungsfettes eine entscheidende Rolle zu. Neben gesättigtem Fett gibt es auch einfach- und mehrfach ungesättigte Fette in unserem Essen. Die Omega 3 Fettsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, wirkt – im Gegensatz zu gesättigtem Fett – entzündungshemmend.

Praxistipp:

Bei Fett nicht nur auf die Menge, sondern besonders auf die Qualität achten. Zur Deckung des Omega 3 Bedarfs sind 2-3 Fischmahlzeiten in der Woche empfohlen. Leinöl eignet sich für kalte Zubereitungen wie Salate, Topfenaufstriche oder Müsli. Oliven- und Rapsöl sind gute Öle für die warme Küche. Auch Lein- Chia- und Hanfsamen punkten mit Omega-3 Fetten und passen gut zu Smoothies oder Müslis.

Selen und Zink: Die Spurenelemente Selen und Zink wirken gemeinsam mit den Vitaminen A, E und C gegen Entzündungen. Um die optimale antioxidative Wirkung der Vitamine zu erzielen, ist ebenfalls eine ausreichende Zufuhr von Selen und Zink erforderlich. Der Selengehalt der heimischen Gemüse- und Obstsorten ist sehr unterschiedlich und ist stark vom Selengehalt des Bodens abhängig, deshalb sollten Sie gezielt selenhaltige Lebensmittel essen.

Praxistipp:

Paranüsse sind sehr selenreich. 1-2 Paranüsse pro Tag können den Selenbedarf bereits decken. Weitere gute Quellen sind mageres Fleisch, Fisch und Eier. Der Mineralstoff Zink ist in den meisten Lebensmitteln zu einem gewissen Anteil enthalten. Jedoch ist die Verfügbarkeit vor allem in tierischen Produkten besonders gut. Geeignete Quellen sind mageres Fleisch, Käse und Eier sowie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Kürbiskerne.

Unsere Ernährung sollte also abwechslungsreich, bunt und reich an pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten sowie Nüssen und Samen sein. Tierische Produkte, in Maßen, runden den Speiseplan ab und sorgen für eine optimierte Eiweiß- und Mineralstoffversorgung. Eine zusätzliche Ergänzung durch Vitamin- und Mineralstoffpräparate kann einen Mehrbedarf abdecken oder ein bestehendes Defizit ausgleichen und sollte entsprechend der Blutwerte ausgewählt werden. Hier ist jedenfalls die Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen.

Quellen

Kaspar et al., „Ernährungsmedizin und Diätetik“, 13. Auflage, 2021
Alunno A, Nikiphorou E, Philippou E, Daien C, Wiek D, Kouloumas M, Cutolo M. Nutrition in RMDs: is it really food for thought? Focus on rheumatoid arthritis. 0BMC Rheumatol. 2020 Mar 10;
Elmadfa et al. „Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle“, 2020/21